Termin: Lesung „Lemberg. Eine Vorstellung“, Berlin 19.11.2026

Eingereicht am: 06.11.2026
Eingereicht von: Deutsches Kulturforum östliches Europa / deutsches@kulturforum.info

Lesung und Gespräch mit Ziemowit Szczerek

Donnerstag, 19. November 2026, 19 Uhr

Polnisches Institut Berlin
Burgstraße 27
10178 Berlin

Lemberg, Lwiw, Lwów – eine Stadt wie ein Zauberwürfel. Ukrainisch, polnisch, galizisch, österreichisch, jüdisch, europäisch, postsowjetisch – ihre Farben wechseln mit jeder Drehung. Wer sie ordnen will, hält am Ende ein schillerndes, widersprüchliches Bild in der Hand. Denn diese Stadt erfindet sich immer wieder neu.

Für Ziemowit Szczerek ist Lemberg seine Stadt. Seit Jahren kehrt er hierher zurück, kennt ihre Geschichte und ihre Schmerzpunkte, ihre Mythen und Masken. Er liest mit Joseph Roth, Stanisław Lem und Juri Andruchowytsch gegen den Galizien-Mythos an, spricht mit Bürgermeistern, Künstlern, Nationalisten, Hipstern, Rentnern und Kriegsflüchtlingen – und streift durch Friedhöfe, Außenbezirke und Disney-Kneipen. Im unverkennbaren Szczerek-Sound entsteht ein vielstimmiges Porträt zwischen Reportage und Essay: eine literarische Expedition in eine Stadt im Dauerzustand der Verwandlung – zerrissen, lebendig, europäisch.

Das Gespräch mit Ziemowit Szczerek moderiert der Literaturübersetzer Thomas Weiler.

Ziemowit Szczerek, geb. 1978 in Radom, ist streitbarer Intellektueller und Journalist. Der Ukraine-Kenner ist fasziniert vom Osten Europas sowie von »geo-politischen, geschichtlichen und kulturellen Kuriositäten«, wie er selbst sagt. Für Mordor kommt und frisst uns auf erhielt er den Paszport-Preis der Zeitschrift Polityka und war für den Nike-Literaturpreis, die wichtigste literarische Auszeichnung Polens, sowie den Internationalen Literaturpreis des HKW Berlin nominiert. 2019 erschien bei Voland & Quist sein Roman Sieben. Das Buch der polnischen Dämonen. Bei der Veranstaltung liest er aus seinem Buch Lemberg. Eine Vorstellung (Voland & Quist, 2026), das als Wymyślone miasto Lwów 2022 im prominenten polnischen Verlag Czarne erschienen ist.

Thomas Weiler, geb. 1978 in Wolfach, übersetzt und vermittelt seit seinem Übersetzerstudium in Leipzig, Berlin und St. Petersburg Belletristik und Kinderliteratur aus dem Polnischen, Russischen und Belarussischen. 2017 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis, 2019 den Karl-Dedecius-Preis, 2024 wurde er mit dem Paul-Celan-Preis und der August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung geehrt. 2025 erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse (Übersetzung).

Die Veranstaltung findet in Deutsch und Polnisch statt und wird gedolmetscht.
Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Polnischen Institut Berlin, dem Verlag Voland & Quist und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa im Rahmen seines Jahresschwerpunktes 2026: Galizien und Bukowina.

Weitere Informationen zu unseren Jahresschwerpunktveranstaltungen finden Sie unter diesem Link: https://www.kulturforum.info/de/beitrag/9299-unser-jahresthema-galizien-bukowina

Weiterführende Informationen unter: https://www.kulturforum.info/de/termine/veranstaltungen/1024882-lemberg-eine-vorstellung
Veröffentlicht am:
Rubrik: Kalender
Tagesredaktion: Megan Nagel