Übersetzung: Tina Wünschmann
Spenden sind willkommen.
Buchvorstellung und Gespräch mit dem Fotografen über die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen in Belarus.
„In den letzten 60 Jahren hat Belarus einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Die rasante Urbanisierung hat das demografische und kulturelle Gefüge des Landes verändert und das traditionelle belarusische Dorf an den Rand des Verschwindens gebracht. Heute leben nur noch 25 % der Bevölkerung auf dem Land, und viele Dörfer sind entweder entvölkert oder ganz verlassen. Dieses Projekt ist für mich von großer persönlicher Bedeutung – es ist tief in den Erinnerungen meiner Kindheit verankert, die ich in diesen verschwindenden Dörfern verbrachte, umgeben von der Wärme der Familie, dem Duft von frisch gebackenem Brot und den Farben traditioneller Textilien, die jeden Winkel des Hauses schmückten. Diese verschwindenden Innenräume sind nicht nur physische Räume, sie sind lebendige Archive der Erinnerung, des Erbes und der Tradition. Sie sind die Essenz einer Welt, die mich und unzählige andere geprägt hat, einer Welt, die nun vor unseren Augen verblasst.
[…]
Das belarusische Dorf wirkt wie eine Insel, ein zerbrechlicher Archipel, der langsam im Meer versinkt. Aber es ist auch ein Ort von tiefer Schönheit und Widerstandskraft, geprägt von harter Arbeit, der Verbundenheit mit dem Land und der Liebe zu den Menschen.
Dieses Projekt ist meine Art, diese Gefühle festzuhalten und das Wesen einer Welt zu bewahren, die mich und so viele andere geprägt hat. Es erinnert uns daran, dass wir, auch wenn sich die Welt verändert, nicht aus den Augen verlieren dürfen, woher wir kommen.“
— Andrei Liankevich
Weiterführende Informationen unter: https://kulturaktiv.org/events/andrei-liankevich-buchprojekt-traditionelles-belarusisches-interior/