Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verändert nicht nur die Sicherheitsarchitektur Europas, sondern wirkt tief in das kollektive Gedächtnis unseres Kontinents hinein. Inmitten existenzieller Bedrohung vollzieht sich in der Ukraine ein tiefgreifender Wandel in der Art und Weise, wie Geschichte interpretiert, bewahrt und für die nationale Identität genutzt wird.
Während wir aus deutscher Perspektive vor allem an die Toten der Weltkriege erinnern, entstehen im Osten unseres Kontinents täglich neue Orte der Trauer und des Gedenkens. Dieser Umstand beeinflusst die Arbeit des Volksbundes, von Museen und Gedenkstätten unmittelbar: Müssen wir womöglich neu definieren, wie ein gemeinsames europäisches Erinnern in Zeiten eines aktiven Krieges aussehen kann und was dies für unsere zukünftige Gedenkkultur bedeutet?
Im Rahmen unserer Veranstaltung möchten wir daher die folgenden drei Schwerpunkte vertiefen:
• Emanzipation und Identität: Wie löst sich die ukrainische Erinnerungskultur von sowjetischen Narrativen und welchen Platz sucht sie heute in einem gemeinsamen europäischen Wertekanon?
• Gedenken vor Ort: Wie reagiert die ukrainische Gesellschaft auf den Krieg? Welche Initiativen und Gedenkformate entstehen vor Ort, um Schicksale zu dokumentieren und die eigene Geschichte gegen die drohende Auslöschung zu verteidigen?
• Gedenklandschaft im Umbruch: Wie reagieren unsere Museen und Gedenkstätten auf die aktuelle Lage? Welche Rolle kann dabei ein deutsch-ukrainischer Dialog spielen und was können beide Seiten aktuell voneinander lernen?
PROGRAMM
Begrüßung
Dr. Silke Krohn, Bereichsleiterin Bildung und Vermittlung, Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Dr. Kristiane Janeke, Bundesvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Dr. Kateryna Rietz-Rakul, Direktorin des Ukrainischen Instituts in Deutschland
Keynote
Robin Wagener, Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe
Podiumsdiskussion
Bozhena Kozakevych, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Deutsch-Polnisches Haus
Yurii Savchuk, Generaldirektor des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg, Kyjiw
Dr. Jörg Morré, Direktor des Museum Berlin-Karlshorst
Yevheniia Moliar, Kunsthistorikerin, Technische Universität Berlin
Moderation: Dominik Tomenendal, Referatsleiter Erinnerungskultur und Netzwerkarbeit, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Im Anschluss laden wir zu einem Empfang ein.
Wann? Montag, 04. Mai 2026, 18.00–20.00 Uhr
Wo? im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Stresemannstr. 90
10963 Berlin
Sprache: Deutsch und Ukrainisch. Es wird eine Simultanübersetzung angeboten.
EINTRITT FREI, mit Anmeldung: https://buchungen.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/tickets/98
Das Podiumsgespräch „Erinnern im Krieg – Erinnerung im Wandel. Ukrainische Erinnerungskultur im Kontext des aktuellen Krieges“ ist Teil der vom 4. bis 8. Mai 2026 in Berlin stattfindenden Ukrainischen Erinnerungswoche. Sie wird von Vitsche e. V. organisiert.
Eine Kooperation des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., des Ukrainischen Instituts in Deutschland und des Dokumentstationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.
Weiterführende Informationen unter: https://www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/veranstaltung/erinnern-im-krieg-erinnerung-im-wandel-ukrainische-erinnerungskultur-im-kontext-des