Eine Veranstaltung in der Reihe »Deutsch-tschechische Familiengeschichten«
anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026
Der Krieg ist vorbei, aber die Welt wird nie mehr dieselbe sein. Dieses Stimmungsbild prägt die »Dokumentarerzählungen« von Miloš Doležal. Die Dämonen verschwinden nicht, sie nehmen nur eine andere Gestalt an.
Der Autor schildert Ereignisse und Schicksale – darunter Raubmorde an deutschsprachigen Geistlichen –, wobei er sie durch seine Recherchen in einen breiteren geschichtlichen Kontext setzt. Das Handeln seiner Protagonistinnen und Protagonisten wird dadurch in seinen Voraussetzungen und Folgen nachvollziehbar. Der nach einer tschechischen Rezension »bedeutendste Vertreter des Genres der dokumentarischen Erzählung in unserem Land« befragte selbst Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Zudem fotografierte er Tatorte, die im Bildteil des Buchs neben historischen Aufnahmen zu sehen sind.
Das sensible und meisterhaft geschriebene Mosaik der direkten Nachkriegszeit ist Spiegelbild einer Epoche, die nur selten einen gerechten Umgang mit dem vorausgegangenen Unrecht fand.
Miloš Doležal, geb. 1970, ist tschechischer Lyriker, Schriftsteller und Journalist, der sich vor allem in seinem publizistischen Werk den Schicksalen von vergessenen, durch das kommunistische oder das nationalsozialistische Regime verfolgten Personen widmet. Sein Roman mit dem tschechischen Originaltitel Léto běsů erschien 2022 im Verlag Host. Für die Veranstaltung wurden Auszüge von Kathrin Janka ins Deutsche übersetzt.
Wir bitten alle Interessierten, Tickets beim Literaturforum im Brecht-Haus zu erwerben. Wer von zu Hause aus dabei sein möchte, kann unsere Veranstaltung über den Livestream auf dem YouTube-Kanal des Literaturforums verfolgen: