Konf.: Tagung „Baltische Spuren“

Eingereicht am: 03.02.2026
Eingereicht von: Vilma Vaskelaitė / vilma.vaskelaite@stud.uni-heidelberg.de

Litauisches Kulturinstitut und Baltischer Christlicher Bund rufen auf zur Einreichung von Beiträgen für die Tagung „Baltische Spurensuche“, welche vom 13. bis 15. November 2026 im Haus Annaberg in Bonn-Bad Godesberg stattfindet.
Die vierte Tagung der Reihe »Res publica litteraria Baltica« wendet sich in erster Linie an den akademischen Nachwuchs, steht jedoch selbstredend allen Interessierten offen, die sich mit dem Thema der baltischen Spuren in der Welt im weiteren Sinne beschäftigen.

Wie in vielen anderen Regionen der Welt war die historische und politische Entwicklung in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen über Jahrhunderte hinweg durch globale Herrschaftsverhältnisse, Kriege, politische Umbrüche sowie ökonomische Transformationsprozesse geprägt. Sowohl externe Faktoren als auch persönliche Entdeckungslust, emotionale Bindungen, akademische Neugier und künstlerische Inspirationen haben zur vielfältigen Auswanderung aus dem Baltikum in unterschiedliche Weltregionen, aber auch zu kürzeren bedeutenden Aufenthalten außerhalb der Herkunftsländer geführt. Die Lebensweise und Aktivitäten der Ausgewanderten haben signifikante soziale, politische, kulturelle und materielle Spuren hinterlassen, die bis in die Gegenwart hinein wirksam sind oder möglicherweise noch auf ihre Entdeckung warten. Außerhalb des Baltikums scheinen diese Spuren und insbesondere gegenseitige Verflechtungen zwischen den baltischen Diasporagemeinschaften bislang lediglich punktuell als Bestandteil der globalen Migrations- und Kulturgeschichte berücksichtigt worden zu sein.
Wir laden dazu ein, die Spuren der estnischen, lettischen und litauischen Diaspora in der Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu untersuchen und ihre historischen wie gegenwärtigen Erscheinungsformen sowie Auswirkungen sichtbar zu machen. Die folgende Aufzählung möglicher Themen ist nicht abschließend:

• Politische Aktivitäten,
• kulturelle Praxis,
• Wissenszirkulation,
• Prozesse der Identitätsbildung,
• Vernetzung,
• Erinnerung,
• Architektur, Kunst und Literatur,
• Biographische Betrachtung der Etappen einer (Aus-) Wanderung,
• Rückwirkung auf die Herkunftsregionen,
• Einbettung baltischer Diasporagruppen in globale Kontexte.

Wir freuen uns insbesondere über aktuelle Forschungsbeiträge aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft sowie angrenzenden und interdisziplinären Perspektiven. Wir begrüßen auch anderweitige Fragenstellungen, sofern sie von Spuren der lettischen, litauischen und estnischen Aktivitäten außerhalb der jeweiligen Herkunftsländer zeugen.

Die Tagungssprache ist Deutsch. Für anderssprachige Vorträge werden nach Möglichkeit Lösungen gefunden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Online-Teilnahme. Auf Anfrage können die Fahrkosten und der Aufenthalt des akademischen Nachwuchses durch den Baltischen Christlichen Bund bezuschusst werden.

Für jeden Vortrag ist ein Zeitfenster von bis zu 30 Minuten (einschließlich der Diskussion) vorgesehen. Wir bitten alle Interessierten, ein kurzes Konzept ihres Vortrags mit biografischer Notiz an die Vorstandspräsidentin des Baltischen Christlichen Bundes, Anke Lepa, per E-Mail unter a.lepa@silber-orange.com zu übermitteln. Der Termin für die Einreichung ist der 31.03.2026. Eine Rückmeldung wird voraussichtlich spätestens am 19.04.2026 erfolgen.

Eine Veröffentlichung der Beiträge ist in der digitalen Ausgabe der Fachzeitschrift »Annaberger Annalen« ((https://annaberger-annalen.de) vorgesehen, welche seit 1993 im Auftrag der Litauischen Sektion des Baltischen Christlichen Bundes und des Litauischen Kulturinstituts erscheint.

Weiterführende Informationen unter: https://annaberg.de/res-publica-litteraria-baltica/
Veröffentlicht am:
Rubrik: Kalender
Tagesredaktion: Alexander Horn