Eine Veranstaltung in der Reihe
»Deutsch-tschechische Familiengeschichten«
anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026
– Jetzt auf dem YouTube-Kanal des Deutschen Kulturforums östliches Europa (https://www.youtube.com/watch?v=fzUu6d6xv0c) abrufbar
In ihrem neuesten Roman »Hnízda« (»Nester«) erzählt die tschechische Schriftstellerin Markéta Pilátová die Geschichte des jungen Deutschböhmen Hans aus Reichenberg/Liberec, der mit seiner Familie nach Brasilien auswandert. Ende des 19. Jahrhunderts fahren in Reichenberg bereits Straßenbahnen, in Brasilien müssen die Eingewanderten aus Böhmen Nester in den Bäumen bauen, um im Urwald zu überleben. Hans begibt sich nachts von seinem Nest aus auf schlafwandlerische Streifzüge durch den Urwald. Er begegnet einer uralten indigenen Frau, Jesuiten und umherziehenden Mördern. Schließlich wird er zu einem bekannten Botaniker, der zwischen Böhmen und Lateinamerika lebt.
Markéta Pilátová, ist Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin. Mehrere Jahre unterrichtete sie Tschechisch für Nachfahrinnen und Nachfahren der tschechischen wie auch der deutschböhmischen Ausgewanderten in Argentinien und Brasilien. Dort begann sie zu schreiben und debütierte mit dem Roman »Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein« (Wieser Verlag 2010), in dem sie europäische und lateinamerikanische Kultur verband. Zu ihren weiteren Romanen zählen »Mit Baťa im Dschungel« (Wieser Verlag 2020) und «Die dunkle Seite« (Wieser Verlag 2022). Pilátová war mehrfach für den Magnesia-Litera- und den Josef-Škvorecký-Preis nominiert. Auf Deutsch ist auch ihr Kinderbuch »Die Maronenmatrone« (Drava 2025) und ihr Jugendbuch »Ernst und Lustig« (Karl Rauch Verlag 2026) erschienen.
Für die Veranstaltung wurden Auszüge aus »Hnízda« von Sophia Marzolff ins Deutsche übersetzt. Das Gespräch mit der Autorin führte Alfrun Kliems, Leiterin des Fachgebiets Westslawische Literaturen und Kulturen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Es dolmetschte Martina Bock-Remy.
Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit dem Adalbert Stifter Verein und dem Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin. Gefördert vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
Lesereihe »Deutsch-tschechische Familiengeschichten«
Anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Leipziger Buchmesse 2019 rief das Deutsche Kulturforum östliches Europa gemeinsam mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und dem Adalbert Stifter Verein eine Reihe von Lesungen mit tschechischen Autorinnen und Autoren, die in ihren Werken die deutsch-tschechische Geschichte Böhmens und Mährens thematisieren, ins Leben. Die Reihe wird auch 2026 gemeinsam mit dem Adalbert Stifter Verein anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse fortgesetzt.