Info: Georg-Dehio-Kulturpreis Preisträger 2026 stehen fest

Eingereicht am: 24.06.2026
Eingereicht von: Deutsches Kulturforum östliches Europa / presse@kulturforum.info

Der Georg Dehio-Kulturpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa geht an den Publizisten, Sachbuchautor und Filmproduzenten Herrmann Pölking für seine filmische Visualisierung der Geschichte Ostpreußens. Mit dem Förderpreis wird der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. ausgezeichnet.

Die siebenköpfige Jury kürte Hermann Pölking zum Träger des Hauptpreises. In der Begründung dieser Entscheidung heißt es:
»Der Georg-Dehio-Kulturpreis 2026 – Hauptpreis wird dem Publizisten, Sachbuchautor und Filmproduzenten Herrmann Pölking für seine filmische Visualisierung der Geschichte Ostpreußens verliehen. Grundlage für seine beeindruckenden Filmproduktionen wurden Pölkings materialgesättigten und wiederholt aufgelegten Bücher über Ostpreußen. Bereits 2014 entstand die Filmdokumentation Ostpreußen – Panorama einer Provinz, in der Pölking über 300 Minuten dokumentarisches Filmmaterial über Ostpreußen veröffentlichte, darunter sehr viele neu entdeckte und erstmals der Region zugeordnete Quellen. Der Film Ostpreußen – Entschwundene Welt, die komprimierte 100-Minuten-Fassung dieser Quellensammlung, kam 2025 in die deutschen Kinos. In einem gekonnten Arrangement wird die ostpreußische Kulturlandschaft mit ihren Städten und Naturschönheiten, ihren Häfen und Badeorten porträtiert. Malerische Impressionen, ethnographisch anmutende Versatzstücke und Bilder der Propaganda zeigen unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der Region in der NS-Zeit. Bilder von den Zerstörungen des Jahres 1945 und ihrer Folgen für die Menschen lassen keine nostalgische Verklärung aufkommen. Die Intentionen und Kontexte der jeweiligen Filmquellen werden in sachlichen Begleitkommentaren erläutert. Pölkings filmische Annäherung an die Vergangenheit Ostpreußens ist ein zentraler und bleibender Beitrag zum visuellen Gedächtnis der ›entschwundenen Welt‹.«

Die Entscheidung für den Förderpreis fiel auf den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V.
Die Begründung der Jury lautet: »Der Georg-Dehio-Kulturpreis 2026 – Förderpreis wird an den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. verliehen. Er würdigt dessen bereits über 30 Jahre anhaltendes Engagement für Literatinnen und Literaten, die als Spätaussiedler aus den Staaten der früheren Sowjetunion nach Deutschland kamen. Der Literaturkreis setzt sich dabei auch für junge Stimmen der zweiten und dritten Generation der Spätaussiedler ein und ermutigt sie zu einer selbstbewussten Entwicklung ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten. Durch öffentliche Lesungen, Publikationen, Schulungen und Nachwuchsförderung schafft er nachhaltige Strukturen für literarisches Schaffen und macht damit die Literatur der Russlanddeutschen sichtbarer. Damit verschafft er dieser Bevölkerungsgruppe, die in der Sowjetunion Repression und Marginalisierung erfuhr und in der Bundesrepublik bis heute noch zu wenig Beachtung findet, eine ihrer Bedeutung adäquate Sichtbarkeit. Der Literaturkreis trägt dazu bei, diese Perspektiven in den kulturellen Diskurs einzubringen und Erinnerungskultur zu gestalten. Seine kontinuierliche Arbeit verbindet Tradition und Gegenwart und stärkt die Vielfalt der deutschsprachigen Literatur.«

Zusammensetzung der Jury des Georg Dehio-Kulturpreises
• Karoline Gil, ifa, Stuttgart (Vorsitzende)
• Dr. Mateusz Hartwich, Historiker, Berlin
• Dr. Ruth Slenczka, Pommersches Landesmuseum, Greifswald
• Dr. Olivia Spiridon, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen
• Edwin Warkentin, Kulturreferat für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Detmold
• Prof. Dr. Matthias Weber, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg
• Prof. Dr. Paul Zalewski, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Mit dem vom Deutschen Kulturforum östliches Europa verliehenen Georg-Dehio-Kulturpreis, der in diesem Herbst zum zwölften Mal vergeben wird, werden Persönlichkeiten und Initiativen geehrt, die sich in vorbildlicher Weise mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa bewahrend, zukunftsorientiert und im partnerschaftlichen Dialog auseinandersetzen. Der Preis wird vom Bundesministerium des Inneren mit 7.000 € (Hauptpreis) und 3.000 € (Förderpreis) dotiert.

Die Preisverleihung wird am 8. Oktober 2026 im Dokumentationszentrum Flucht Vertreibung Versöhnung in Berlin stattfinden.

Pressekontakt:
Dr. Klaus Harer
Tel. +49 (0)331 20098 44
harer@kulturforum.info
_________________________________________
Deutsches Kulturforum östliches Europa
Berliner Straße 135
14467 Potsdam
presse@kulturforum.info
www.kulturforum.info

Weiterführende Informationen unter: https://www.kulturforum.info/de/preise-stipendien/georg-dehio-kulturpreis/9323-georg-dehio-kulturpreis-preistraeger-2026-stehen-fest
Veröffentlicht am:
Rubrik: Hinweise
Tagesredaktion: Megan Nagel