Ginzburg, Boris (2026): Der Raswodjaschtschij: Lukaschenkas Nahostreise 2025/26 als Ausdruck der beständigen Muster der belarusischen Diplomatie. In Belarus-Analysen (83).
Abstract
Lukaschenkas Nahost- und Nordafrikareise 2025/26 verdeutlicht die konstanten Muster der belarusischen Außenpolitik unter seiner Herrschaft: die Instrumentalisierung der Diplomatie zur Erlangung internationaler Legitimität, ein stark auf die herrschende Familie zentrierter, personalisierter Entscheidungsstil und proaktive – oft disruptive – Bemühungen, sich in globalen Angelegenheiten relevant zu machen. Indem die Reise im Kontext des breiteren diplomatischen Verhaltens von Minsk betrachtet wird, argumentiert die Analyse, dass Belarus nicht als passiver russischer Stellvertreter abgetan, sondern als autonomer Störfaktor verstanden werden sollte, der die regionale Dynamik maßgeblich beeinflussen kann. Diese Merkmale haben direkte sicherheitspolitische Auswirkungen auf Europa und Israel, insbesondere im Hinblick auf den Iran, die Umgehung von Sanktionen und die sich abzeichnenden Sicherheitsbündnisse.